Der Schrankenbürger

Wer wartet so lang am Bahnübergang?
Es sind die Bürger, schon stundenlang.
Sie stehen an der Schranke bei Regen und Schnee Ihnen tun schon bald die Füße weh.
Ob Fußgänger, Radfahrer, Auto, Bus: An der Schranke in Nied da ist einfach ist Schluss!
Es kommt ein Zug, Hoffnung keimt auf.
Ein zweiter, ein dritter, die Bahn hat 'nen Lauf
Die Schranke bleibt unten, die Galle steigt hoch.
Wie lange denn noch, wie lange denn noch?
Der Achte ist durch, Geduld wird belohnt
Der Bürger ist ja Warten gewohnt
Die Schranke geht hoch, nun aber flott,jetzt wird es eng, ogott ogott
Fussgänger, Radfahrer, Kinder, Mütter und Väter:
Zwischen Schranke und Straße der Weg nur ein Meter
Geschafft hat's das Fußvolk und 5 Autos
die Schranke schließt wieder, ganz lautlos......
nicht ganz, es erklingt ein metallischer Laut
wer's hört, bekommt eine Gänsehaut.
Ein Auto wollt' noch das Durchkommen wagen,
da hat's ihm die Schranke auf's Dach geschlagen.
Es steht auf den Schienen, der Bahnverkehr stockt,
Polizei und Feuerwehr kommen angerockt.
Sie kommen nicht durch, stehen im Stau,
der Abschleppdienst auch, er flucht wie S..
Die Staus werden länger, Alt-Nied ist jetzt dicht
von Frankfurt ab Rebstock das Gegengewicht
Jetzt sind auch Höchst, Griesheim und Schwanheim betroffen
die Autobahn ist auch nicht mehr offen.
Das ist moderne Verkehrspolitik unserer bundesdeutschen Republik
(Wolfgang Schrader, frei nach Goethes Erlkönig)